Bierarten

Craft Beer / "craft brewing"

Damit ist - wörtlich übersetzt - „handwerklich gebrautes Bier“ gemeint.
Die neueste Modeerscheinung aus den USA -
ist für Franken völliger „Schmarrn“!
Die Hopfenhelden definieren die Voraussetzungen so:

  1. craft beer zeigt Gesicht (Herkunft)
  2. craft beer ist unabhängig
  3. craft beer ist kreativ
  4. craft beer ist Handwerk
  5. craft beer schmeckt

Für Franken also ganz normal - dort werden diese Bedingungen von den meisten Brauereien traditionell schon immer so gehandhabt. Siehe auch Der Hausbrauer.
Für Amerika oder München ist das sicher eine tolle Erfahrung.

Pils / Pilsener Brauart

Das untergärige Bier, mit im Vergleich zu anderen Biersorten erhöhtem Hopfengehalt, wird von den meisten Brauereien gebraut - hat aber in Franken keine herausragende Bedeutung. Es wurde von einem Niederbayern 1842 in Pilsen / Tschechien erfunden (siehe Pilsner Urquell).

Die Fürther Brauerei Geismann (im Jahr 1722 von der Familie Lederer gegründet), braute als erste Brauerei im heutigen Freistaat Bayern Pils.

Bockbier

Fast 60 Jahre ließ sich Bayern von ihren „geliebten Preußen“ aus Einbeck das Bier liefern. Ein Selbstbrauversuch des „Hofbräuhauses“ scheiterte - schließlich wurde 1614 ein Einbecker Braumeister nach München abgeworben, um dort das „Ainpöckische Bier“ zu brauen. Durch Verballhornung des Namens von „Einpöckisch“ über „Oanpock“ entstand schnell der Name des berühmten Bockbieres. Somit ist die Stadt Einbeck Namensgeber des Bockbieres. „Ohne Einbeck gäb’s kein Bockbier“.

Eisbock
In Kulmbach (Franken) hatte ein Brauergeselle zur kalten Jahreszeit die Bockbierfässer im Hof stehen lassen. Über Nacht war das Bier zu Eis erstarrt und die Fässer gebrochen. Im Kern befand sich das Konzentrat des Bieres und war aufgrund des hohen Alkoholgehaltes nicht gefroren - es war erstaunlicherweise genießbar. So wurde durch Zufall der Eisbock erfunden.

Der Franke - namentlich „Schorschbock“-Braumeister Georg Tscheuschner - legt sich mit den Schotten - namentlich „BrewDog“, James Watt, um das stärkste Bier an. Im Februar 2010 lag der Level bei 41 Volumenprozente für die Schotten. Georg Tscheuschner kündigte 45 Volumenprozente an. (Quelle: n-tv.de / dpa / Sebastian Döring) Link: http://www.n-tv.de/panorama/dossier/wer-hat-das-staerkste-Starkbier-article732285.html

Rauchbier

Es gibt nicht nur EIN Rauchbier!

Seit Jahrhunderten trocknete man das Malz über offenem Buchenholzfeuer und erhielt so das typische Aroma. Einige fränkische Brauereien behielten diese traditionelle Methode bei. Aber Rauchbier ist nicht gleich Rauchbier - so hat das berühmte „Schlenkerla“ geschmacklich z. B. nichts mit dem „Rauch-Weizen“ der Bamberger Brauerei Spezial zu tun, obwohl beides Rauchbiere sind. Ergo: einfach probieren!

Zwickel (Zwickl) / Kellerbier

Ein ungefiltertes, noch naturtrübes Bier von geringer Haltbarkeit - typisch für Franken! Das Bier gehört zu den ungespundeten Bieren, hat daher einen geringen Kohlensäuregehalt und ist damit recht süffig. Da noch alle natürlichen Schweb- und Trubstoffe enthalten sind, ist es außerdem ernährungsphysiologisch wertvoller als filtriertes Bier.

Weizen

In Franken gibt es kein „Weißbier“, wir haben nur braunes oder gelbes Bier - aber ein „Weizen“ trinken Franken sehr gerne! Ein Weizen ist aber garantiert nie „nach dem bayerischen Reinheitsgebot“ gebraut - egal was die Brauer behaupten oder drauf schreiben. Das Reinheitsgebot ließe nämlich als Getreide nur Gerste zu!

Rotbier

Wikipedia: Als Rotbier werden verschiedene Biersorten bezeichnet. Regional unterscheidet man insbesondere das Belgische Rotbier und das Nürnberger Rotbier.

Original Nürnberger Rotbier wird bereits seit dem frühen Mittelalter dort nach eigenen Braugesetzen gebraut. Es handelt sich beim Rotbier um ein untergäriges Bier, das ausschließlich mit Gerstenmalz gebraut wurde. Im Jahr 1597 gab es in Nürnberg 35 Rotbierbrauereien und das städtische Weizenbrauhaus. Später wurde die Anzahl jedoch gesetzlich beschränkt. Heute wird Original Nürnberger Rotbier (auch Rotes Weizen) z. B. in der Hausbrauerei Altstadthof wieder gebraut.

Heutigentags haben sich Möglichkeiten, ein „rotes“ Bier zu erzeugen, vermehrt. Eine Rotfärbung durch geeignete Lagerung ist somit nicht mehr die einzige Biersorte. Alternativ wird die Färbung durch Zugabe bestimmter färbender Malze (Rotmalz) erreicht. Zudem ist die Färbung zwischen einem rotstichigen Gelb bis zu Rotbraun durch die Verteilung von Hopfen und Malz beeinflusst, ebenfalls wie der Geschmack.

Gose

Unter der „Gose“ kann man sich zunächst nur wenig vorstellen. Tatsächlich geht es in diesem Fall um ein obergäriges Bier, dem Kochsalz, Koriander und biologische Milchsäure hinzugegeben wurden. Das Bier entspricht bei weitem keinem Reinheitsgebot, hat sich aber über die Zeit als beliebtes Getränk herausgestellt. Der Geschichte nach wurde Gose erstmals am 27.03.1332 erwähnt und stammt, wie es der Name bereits verrät, eigentlich aus Goslar. Wie damals üblich wurde es von den Mönchen des Klosters Ilsenburg gebraut und etablierte sich vor allem in der Gegend um Dessau, Halle und Leipzig. Schon zu der Zeit wurde das Produkt oft und gerne gekauft; die Stadt Hamburg ließ sich regelmäßig Gose liefern. Quelle

public/region/kultur/biersorten.txt · Zuletzt geändert: 19.11.2016, 17:36 Uhr von franconia
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