Fränkisch im Radio

…im Bayerischen Rundfunk fast Fehlanzeige

Landtagsvizepräsident Karl Freller ärgert sich über die stiefmütterliche Behandlung von fränkischer Musik im Bayerischen Rundfunk und hat sich deshalb an die Verantwortlichen gewandt.

Bayerischer Rundfunk

Seit vielen Jahren wird dem Bayerischen Rundfunk „altbayerische Heimatümelei“ vorgeworfen. Die anderen Regionen, wie z. B. Schwaben und Franken, kommen kaum auf ihre Kosten. Letztere stellen aber immerhin rund ein Drittel der bayerischen Bevölkerung und zahlen auch den entsprechenden Anteil der Rundfunkgebühren.

Nachdem in den letzten Jahren bereits der Fränkische Bund e. V. umfangreiche Analysen der Sendeinhalte angestellt und einen ausführlichen Schriftwechsel mit dem BR geführt hat, berichten die Nürnberger Nachrichten in ihrer Ausgabe vom 27.06.2020:

Wer gerne fränkische Volksmusik hört und auch gerne mal den Dialekt dieser Region auf BR Heimat hören möchte, hat Pech gehabt“,…

Kilian Moritz,
seit 2012 als Professor für Joumalismus und Medien
an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt

Er bilanziert dies als Autor einer Untersuchung im Auftrag des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege. Man müsse schon genau dann einschalten, wenn beispielsweise eine Stunde „Fränkisch vor sieben“ läuft, schreibt Moritz.

Moritz hat über Tage und Wochen das Programm von BR Heimat analysiert, um diese Aussage zu belegen. Auch er kam zu einem ernüchternden Ergebnis:
Zum Beispiel am 31. August 2019 sei nur rund ein Zehntel der gesendeten Musik aus Franken gewesen. „Von 6 bis 18 Uhr, also zwölf Stunden. liefen laut der Plavliste von BR Heimat 172 Musiktitel. Davon waren, nach meiner Zählung, nur sechs Titel aus Franken“. kritisiert der ehemalige Mitarbeiter des BR.

Dass das Programm des BR überwiegend südbayerisch-alpinausgerichtet sei, ist nicht der einzige Vorwurf von Kilian Moritz: Wenn der Sender Dialektbegriffe überregional verwende, „dann sind dies immer oberbayerische Begriffe“. Sendungen würden „jetzt red i“, „Dahoam is dahoam“ oder „Zsammg’spuit“ heißen, doch gebe es ein ähnliches Format auf Fränkisch? „Ich kenne keines“, moniert der Autor, dessen Kritik nicht unbedingt neu ist. Schon 2013 kam eine Studie zur Flottenstrategie des BR zu dem Ergebnis, dass die Hörfunk-Programme „überdurchschnittlich stark auf das Publikum in Oberbayern ausgerichtet sind„.

Stellungnahme des BR

Laut einer BR-Sprecherin gebe es für den pauschalen Vorwurf keine Anhaltspunkte. „Die Fokussierung auf einen einzigen Tag ist willkürlich, die daraus gewonnenen Zahlen sind nicht repräsentativ und daher wenig aussagekräftig – hätte Herr Prof. Moritz einen beliebigen anderen Tag ausgewählt, hätte das Ergebnis anders ausgesehen.“ (Quelle)


Streitet der BR die umfangreichen Auswertungen und Ergebnisse einfachheitshalber ab oder lügt er bewußt?

Übrigens: Mit einem weiteren bayerischen Sender betreibt er offenbar einen Wettbewerb, wie oft man das Wort „Bayern“ bei der Moderation in einem Satz unterbringen kann…!

Fazit

Die Frequenzreichweite strahlt weit über das Gebiet des Freistaat Bayern hinaus – während z. B. die fränkischen Sender z. B. in Würzburg, Hof, Ansbach, Nürnberg nicht einmal 20 km im Umkreis zu empfangen sind – geschweige denn in ganz Franken. Eine flächendeckende Frequenz für die gesamte Region Franken gibt es nicht. Was interessieren mich Verkehrsstaus von der Donnersberger Brücke oder Fröttmaning (Moloch München), wenn ich in meiner Heimat Franken unterwegs bin?

Ein Highlight ist die neue „BR-Heimat“ Radio Taste, die vom Hersteller bereits voreingestellt wird – für Leute, denen gar nicht mehr zu helfen ist.

Zensur von Musikstücken: Lange Zeit weigerte sich der Bayrische Rundfunk überhaupt Platten von den Beatles zu spielen, aber auch z. B. Falco (Jeanny) und EAV (Burli),…


Siehe auch Bayerischer Rundfunk allgemein

Boykott: Bayerisches Lebensbild im Rundfunk